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Beratungsgespräch genauso wirksam wie Antidepressiva Beratungsgespräche eignen sich genauso zur Behandlung einer depressiven Episode (major depression) wie Psychopharmaka. Zu diesem Schluss kommt ein Wissenschaftler-Team der University of Nottingham. Ihre Studie erscheint im
"British Medical
Journal".
Die Wissenschaftler unter der Leitung von Clair Chilvers teilten mehr als 300 Freiwillige auf die Behandlungsarten "Antidepressiva" und "Beratungsgespräch" auf. Die Patienten, die die medikamentöse Behandlung
erhielten, kamen zu niedergelassenen Allgemein-Medizinern. Die Ärzte erhielten von den Wissenschaftlern einen genauen Medikationsplan für die Antidepressiva. Die Patienten, die mittels des Beratungsgesprächs behandelt wurden,
bekamen sechs Sitzungen bei einem erfahrenen Therapeuten.
Nach 12 Monaten wurden die Patienten mittels eines speziellen Fragebogens auf den Erfolg der beiden Behandlung hin überprüft. Dabei zeigte sich, dass beide
Behandlungsarten gleichermaßen wirksam waren. Der einzige Unterschied war, dass die medikamentös behandelten Patienten schneller wieder gesund wurden.
Doris Marszk |
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Gezieltes Verdrängen erstmals nachgewiesen
Bewusstes Verdrängen funktioniert. Das haben amerikanische Psychologen erstmals in einer Studie bestätigt. Die Teilnehmer konnten vorher gelernte Wortpaare auf
Anweisung der Forscher so gründlich vergessen, dass nicht einmal ein finanzieller Anreiz die Worte wieder ins Gedächtnis rief, berichtet das Fachmagazin Nature (Bd. 410, S. 366-369).
Die Psychologen Michael Anderson und
Collin Green von der Universität Oregon brachten Probanden 40 Begriffspaare bei. Anschließend hatten die Studienteilnehmer bestimmte Wortkombinationen wieder zu vergessen. Dazu sahen sie auf Bildschirmen Begriffe aus den zuvor
gelernten Wortpaaren und sollten versuchen, nicht an den dazugehörigen Begriffspartner zu denken. Bereits nach 16 Durchläufen konnten sich die Probanden tatsächlich nicht mehr an die zu vergessenden Begriffspaare erinnern. Wörter
dagegen, die sie im Gedächtnis behalten durften, konnten die Probanden immer noch zuordnen.
Die Resultate machen frühere Untersuchungen mit missbrauchten Kindern verständlich. Kinder, die von ihren Verwandten missbraucht
wurden, vergessen das Trauma eher als Opfer von fremden Tätern. Bei Mißbrauch in der Familie rufe der Anblick des Täters das Trauma ständig hervor, erklärt Martin Conway von der Universität Bristol in einem Kommentar in Nature.
Deshalb würden die Opfer krampfhaft versuchen, das Trauma zu vergessen. Offenbar gelingt das auch in vielen Fällen.
Marcel Falk |
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