Primär unterscheidet man nachfolgende Abhängigkeitsformen:
psychische Abhängigkeit:
Damit bezeichnet
man das unbezwingbare Verlangen nach ständig wiederholter Einnahme einer Droge, um einen lustvollen bzw. positiven Zustand zu erreichen und Unlustgefühle zu vermeiden.
körperliche Abhängigkeit:
Bei den meisten Drogen
entsteht nach unterschiedlich häufiger Einnahme eine körperliche Abhängigkeit, d.h. einen Anpassungszustand des Stoffwechsels, der dazu führt, daß der Körper regelmäßig auf die Zufuhr einer bestimmten psychotropen Substanz
angewiesen ist. Zwei zentrale Kriterien sind Toleranz (Es werden zunehmend größere Mengen der Substanz erforderlich, um den gewünschten Effekt zu erzielen, was gleichzeitig bedeutet, daß bei gleicher Dosis die Wirkung der Substanz
bei wiederholter Einnahme allmählich abnimmt) und Entzugserscheinungen (Der Entzug tritt nach Absetzen der Droge auf, äußert sich in unterschiedlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost oder Gliederschmerzen).
Abusus:
(schädlicher
Mißbrauch)
beschreibt den physischen und/oder psychischen Schaden bei unzweckmäßigem und übermäßigem Gebrauch von Suchtmitteln.
Soziale Auswirkungen:
Die körperliche und/oder psychische Abhängigkeit führt früher oder später zu
erheblichen sozialen Konsequenzen. Dazu gehören z.B. die Vernachlässigung bzw. Einschränkung der sozialen Beziehungen, das Nachlassen der beruflichen Leistungsfähigkeit sowie Verwahr- losungserscheinungen im Rahmen der
selbständigen Lebensführung. Konsum illegaler Drogen ist außerdem mit kriminellen Verhaltensweisen verbunden, u.a. mit Beschaffungskriminalität.
Die Entstehung einer Abhängigkeitserkrankung wird aus dem Zusammenspiel dreier
Faktoren erklärt:
Droge
Verfügbarkeit, Dosis, Applikationsart (Art der Heilverordnung), Suchtpotenz, Drogenwirkung
Individuum (Persönlichkeit)
Frustrationstoleranz, Ich – Stärke, neurotische Entwicklung
Umwelt
elterliches Vorbild, Erziehungsfehler, Gruppenzwänge, Konsumgesellschafft, Freizeitvakuum, Konfliktsituationen, Ideologie
Suchterkrankungen bedürfen in den allermeisten Fällen der stationären Behandlung.